Nur Mut, Genossen!

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Die SPD muss endlich zu ihren eigenen Erfolgen stehen und ihr positives Verhältnis zum Fortschritt wiederentdecken

  • “Die SPD muss endlich zu ihren eigenen Erfolgen stehen und ihr positives Verhältnis zum Fortschritt wiederentdecken.”

Der Countdown läuft: 463.723 Mitglieder entscheiden bis Anfang März darüber, ob die SPD sich erneut an einer Bundesregierung unter Führung von Angela Merkel beteiligt. Die Debatte in der Partei wird heftig, aber überwiegend sachlich und fair geführt. Die SPD tut gut daran, diese Energie und die Kompetenz ihrer Mitglieder auch nach dem Basisvotum zu nutzen. Denn unabhängig davon, wie es ausgeht: Die deutsche Sozialdemokratie bedarf dringend einer umfassenden Erneuerung.

Die Voraussetzungen dafür sind bestens, auch wenn das paradox klingt. Denn zu den großen Herausforderungen, vor denen unsere Gesellschaft in einer sich rasant verändernden Welt steht, gehören elementare Fragen von Gerechtigkeit, Arbeit und Fortschritt. In diesen Bereichen hat die SPD ihren historischen Markenkern. Hier wird sie dringend gebraucht. Hier muss sie relevante Debatten anstoßen und neue Antworten geben. Sie muss eine moderne Vision unserer Gesellschaft entwerfen. Das allerdings gelingt nur, wenn sie endlich ihre merkwürdige Verzagtheit abschüttelt und nicht nur dauernd klagt,  sie schufte im Maschinenraum, während die anderen auf dem Sonnendeck flanierten. Sie muss sich an ihren Auftrag erinnern, das Leben der Menschen jeden Tag ein wenig besser zu machen. Weiterlesen…

G8/G9-Debatte beenden – individuelle Schulzeit möglich machen!

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Zu viele Wochenstunden, zu viel Stoff in zu kurzer Zeit, zu viel Stress – mehr als zehn Jahre nach dem Start von G8 in NRW zeigt sich immer deutlicher: Die Verkürzung der Unter- und Mittelstufe um ein Jahr war ein Kardinalfehler der damaligen CDU-FDP-Landesregierung unter Jürgen Rüttgers. Denn gerade im Alter zwischen zehn und 16 Jahren und der schwierigen Phase der Pubertät brauchen junge Menschen mehr Zeit für sich und ihre eigene Persönlichkeitsentwicklung.

Darum sagen wir: Unter- und Mittelstufe von fünf auf sechs Jahre erweitern und eine flexible Oberstufe zwischen zwei und vier Jahren einführen. So ist je nach Leistungsstand und Interesse ein schneller Schulabschluss möglich – oder aber ein ruhigeres, vertiefendes Lernen. Auch Praktika oder Auslandsaufenthalte können so wieder stressfrei geplant werden.

Schülerinnen und Schüler sollen an allen Gymnasien zu Beginn der Oberstufe eigenständig entscheiden können, welches Modell am besten für sie passt. Vorschläge, die Schuldauer von den Schulen wählen zu lassen, lehnen wir ab. Dies hätte zur Folge, dass sich die Eltern schon während der Grundschulzeit dafür entscheiden müssten, welches Oberstufenmodell für ihre Kinder einmal das richtige sein soll. Das ist viel zu früh, um bei einer so entscheidenden Frage eine fundierte Entscheidung treffen zu können.

Dieses Konzept erleichtert auch die Durchlässigkeit zwischen den Schulformen und ermöglicht gleichzeitig wieder einen Schulabschluss nach der Mittelstufe an Gymnasien. Im Zuge der Verkürzung der Sekundarstufe I durch die schwarz-gelbe Landesregierung war diese Möglichkeit nämlich entfallen. Absurde Nebenwirkung: Ein späterer Schulabbruch konnte leicht dazu führen, dass junge Leute plötzlich ganz ohne Schulabschluss dastanden.

Die KölnSPD wird zum Landesparteitag am 24. September 2016 einen Antrag zum Umbau von G8 einbringen. Bereits 2014 hatte die KölnSPD ein Positionspapier mit 7-Punkte-Plan zur Diskussion um G8 vorgelegt. Darauf aufbauend streben wir jetzt eine Debatte auf dem Landesparteitag und darüber hinaus an.