Geschrieben am und abgelegt unter Position.

Justiz zu milde? Polizei hilflos? Ganze Stadtviertel von Gangs zu No-Go-Areas gemacht? In der Debatte um die innere Sicherheit dominieren verkürzte Parolen, um Stimmung zu machen, insbesondere aus dem rechten Lager. Ich höre oft: „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen.“ Aber natürlich: Ich meine, dass man alles sagen darf – solange man es belegen kann und man seinem Gegenüber mit Respekt begegnet! “Sagen, was ist und sagen, wie es ist”, gehört zu den Grundlagen unserer Demokratie!

Mit diesem Anspruch habe ich mich gestern bei den „Dellbrücker Debatten“ auf Einladung der evangelischen Kirchengemeinde einer schwierigen Diskussion gestellt. Mit Michael Mertens, Gewerkschaft der Polizei, und Egbert Bülles, ehemals Oberstaatsanwalt in Köln – letzterer regelmäßiger Referent bei der AfD.

Klar ist: Es gibt deutschlandweit Probleme, zum Beispiel die Zahl der Wohnungseinbrüche. Wir nehmen die Sorgen der Menschen ernst. Wir haben in NRW auch schon viel gemacht – zum Beispiel die Zahl der Neueinstellungen bei der Polizei in den letzten Jahren fast verdoppelt! Trotzdem plädiere ich dafür, weiterhin mehr neue Polizisten in NRW einzustellen. Und man darf Probleme nicht verschweigen, sondern muss sie offen ansprechen.

Worum es aber nicht gehen darf: Nur Vorurteile zu bedienen. Sonst geht es am Ende noch mehr Menschen wie Mohammed C.. Seine Familie kommt ursprünglich aus dem Libanon. Er ist aber in Deutschland geboren und aufgewachsen – wird aber nicht so wahrgenommen! Sein Wortbeitrag in der Debatte hat mich nachdenklich gemacht: „Wenn ich am Kölner Hauptbahnhof bin, merke ich, wie die Blicke in meine Richtung gehen. Das hat sich seit Silvester nochmal total geändert. Mir wurde sogar schon mal gesagt ‚Ihr könnt doch gut Handys klauen‘. Es ist wichtig, dass wir diesen Punkt mitdenken.“

Darum: Einer konstruktiven und ehrlichen Debatte stelle ich mich jederzeit, um platten Populismus zu entlarven.